Meinungen/Kommentare

Hallo, liebe DTM Fans!

An dieser Stelle möchten wir auf so manchen Wunsch reagieren und eine Art Meinungspool einrichten. Hier kann man konstruktive Kommentare zu einem Thema rund um die DTM den übrigen Fans zur Diskussion stellen. Dabei versteht sich dies nicht als Forum, in dem direkt auf Beiträge geantwortet werden soll.

Außerdem behalten wir uns vor, die Beiträge zu prüfen, beim Verfasser nachzufragen, und nur Texte zu veröffentlichen, die frei von Verunglimpfungen, Beschimpfungen und Pauschalisierungen sind.

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Und nun viel Spaß beim lesen!

Vergleich: Das neue und das alte Punktesystem von Michaela Fesser
"Wunschgedanken" Ein satirischer Text von Anette Hoffmann
"Kartenspiele" von Anette Hoffmann
Vergleich: Das neue und das alte Punktesystem Update nach dem 7.Rennen von Michaela Fesser
Totgesagte Leben länger von Anette Hoffmann


Totgesagte leben länger

Das war sie nun, die DTM 2002. Von vielen schon als begraben beschrieen, bevor es im April richtig losging. Ein Mercedes-Pokal mit Gaststartern sei sie, die DTM, wo mit gezinkten Karten gespielt wird um eine mehr oder weniger schöne Show zu bieten.
Jetzt, nach 10 Läufen, ist kein Mercedes Meister geworden. Team Abt hat mit dem "klein aber oho" Franzosen Laurent Aiello den Meister gestellt. Die letzte Hälfte der Saison war vor allem von einem gekennzeichnet: von an Spannung kaum zu überbietenden Rennen

.



Wer fragte noch nach dem Sinn oder Unsinn eines Boxenstops, als Aiello und Schneider sich rund um den Dutzendteich duellierten?
Wer ärgerte sich noch über den Qualifikationsmodus als Reuter in Donington auf Pole fuhr? Wer sinnierte noch über den stehenden Start, als am A1 Ring keiner mehr so richtig wußte wer jetzt warum gewonnen hat.




Die Tickets für die DTM Veranstaltungen waren heiß begehrt, und wer einen guten Platz bekommen wollte mußte früh aufstehen. Auch bei den Events wurde mehr als bei der alten DTM geboten, gab es dort doch nie einen Pitwalk oder eine gemeinsame Autogrammstunde.



Auch im TV sieht man schon seit 2000 nur steigende Zuschauerzahlen. Sicher kein gutes Argument für die vielgerühmten schlechten Übertragungen. Die Presse schreibt fast allerorts über die Geschehnisse in der DTM, und auch die Rundfunkanstalten senden mehr als zuvor über die DTM. Trotzdem halten sich einige hartnäckige Stimmen, die DTM sei schlecht. Warum, frage ich mich. Sicher, es gibt immer etwas zu verbessern, aber daran, hoffe ich, wird gearbeitet. Fragen wir einmal anders herum. Wenn das Rennformat so schlecht wäre, wären dann so viele Zuschauer an die Rennstrecken gekommen? Wenn die Kommentatoren so, auf deutsch gesagt, zum kotzen wären, hätten dann so viele Zuschauer ARD und ZDF eingeschaltet? Wäre nach altem Punktesystem Aiello Meister gewesen?



Wenn auch 2003 kein neuer Hersteller dazu kommt, vielleicht gibt es aber eine Privatfahrerwertung?, es wird sicher wieder spannender Tourenwagensport mit Türklinkenduellen geboten werden. Egal was manche Pessimisten sagen, ich hoffe, die DTM wird noch viele Jahre leben.

HoffmannAnette@gmx.net.

Punkteanalyse nach dem 7. Rennen

Mein erster Punktevergleich ist nun schon einige Rennen her. Zeit, das es ein Zwischenspiel gibt.
In der Tabelle hat sich seitdem einiges getan, doch seht selbst:

SAISON 2002

Altes Schema

Punkte

Prozentualer
Anteil

Neues Schema

Punkte

Prozentualer
Anteil

1. Aiello

118

73,29

1. Aiello

62

68,13

2. Schneider

89

55,28

2. Schneider

38

41,76

3. Ekström

75

46,58

3 Ekström

29

31,87

4. Alesi

49

30,43

4. Alesi

20

21,98

5. Abt

41

25,47

5. Alzen

17

18,68

6. Alzen

39

24,22

6. Abt

13

14,29

7. Fässler

38

23,6

7. Fässler

11

12,09

8.Scheider

27

16,77

8. Tomczyk

7

7,69

9. Albers

25

15,53

9. Menu

6

6,59

10. Menu

19

11,8

10. Scheider

5

5,49

11. Reuter

19

11,8

11. Albers

5

5,49

12. Winkelhock

15

9,32

12. Reuter

4

4,4

13. Tomczyk

15

9,32

13.Wendlinger

3

3,3

14. Wendlinger

14

8,7

14. Winkelhock

3

3,3

15. Dumbreck

7

4,35

15.. Bartels

1

1,1

16. Huisman

5

3,11

17. Mayländer

5

3,11

18. Bartels

4

2,48

19. Jäger

3

1,86

Punkteverteilung nach Marken

Audi

263

Audi

114

Mercedes

260

Mercedes

91

Opel

84

Opel

19




Es gab nach alter Wertung bis jetzt 161 Punkte zu verdienen, nach neuer Wertung 91.

Aiello muß nach neuer Punktevergabe im achten Lauf zwei Punkte mehr als Schneider holen um Punktgleichheit herzustellen. Damit wäre er Meister, selbst wenn Schneider die letzten beiden Rennen gewänne, da Aiello mehr Siege auf dem Konto hat (4 : 3 Aiello - Schneider, theoretisch). Nach altem System müsste Aiello 17 Punkte mehr wie Schneider holen um Punktgleichstand zu erzielen. Aber auch hier wäre er damit Meister.



Wie auch immer.... Aiello auf dem Weg zum Titel



Uwe Alzen macht in der neuen Wertung viele Plätze durch den stark aufgewerteten Sieg gut (von 11. auf 5.). Nach alter Wertung wäre er von Platz 10 auf 6 geklettert. Damit landet er in der neuen Wertung vor Abt. Abt punktete dafür dreimal, Alzen erst zweimal.


Alzen darf sich über die neue Punktwertung freuen



Weiterhin Gewinner der Aufwertung der Punkte im Qualirennen ist Tomczyk (5 seiner 7 Punkte stammen aus den Qualiläufen).

Der einzige Fahrer nach alter Wertung der in allen Läufen punktete ist Ekström. Damit liegt er in der alten Wertung auch deutlich vor Alesi, bei dem zwei Nuller zu Buche schlagen. Nach neuer Punktevergabe hat er keinen so deutlichen Vorsprung, obwohl Ekström auch hier mit zwei Nullern besser abschneidet als Alesi, der viermal nicht punktete.

Schneider ist fleißig die Punkteränge hinaufgeklettert. Die Opel-Piloten dagegen büßen im Moment Plätze ein, unter anderem durch Alzen und Fässler, die beide gut gepunktet haben.


Opel hinkt hinterher


Interessant finde ich, das sich bis Platz sieben beide Wertungen fast entsprechen, sieht man vom Platztausch von Abt und Alzen ab.

Und so sähe die alte Tabelle aus:
Übersicht nach altem Punktesystem nach sieben Rennen:

Name

Punkte

Hocken-
heim1

Zolder

Donington

Sachsen
-ring

Norisring

Euro
speedway

Nürburg
ring

A1 Ring

Zand-
voort

Hocken
-heim 2

Aiello

118

22

23

0

23

20

13

17

Schneider

89

10

12

0

16

16

22

13

Ekström

75

16

12

12

4

15

15

1

Alesi

49

12

1

23

0

10

3

0

Abt

41

4

15

15

0

0

5

2

Alzen

39

0

4

0

2

10

0

23

Fässler

40

0

2

6

10

0

12

10

Scheider

27

8

8

0

6

0

1

4

Albers

25

0

6

10

3

6

0

0

Menu

19

2

0

3

14

0

0

0

Reuter

19

0

0

1

0

4

8

6

Winkelhock

15

1

0

0

8

0

6

0

Tomczyk

15

3

0

2

0

0

2

8

Wendlinger

14

6

0

8

0

0

0

0

Dumbreck

7

0

0

1

1

2

0

3

Huisman

5

0

0

4

0

1

0

0

Mayländer

5

0

0

2

0

3

0

0

Bartels

4

0

4

0

0

0

0

0

Jäger

3

3

0

0

0

0

0

0



So weit, so gut. Nun überlasse ich die Tabellen dem geschätzten Leser zur weiteren Betrachtung und verabschiede mich bis zur endgültigen Punktevergabe nach Hockenheim.
Michaela Fesser
(michaela.fesser@gmx.de)

Kartenspiele von Anette Hoffmann

Norisring, DTM Wochenende.
Im Rennsport galt man im allgemeinen als sehr wichtige Persönlichkeit, wenn man eine Plastikkarte um den Hals hängen hatte, diese aber verschämt in die Brusttasche steckte, damit sie geheimnisvoll und damit interessanter wirkte.
Das war einmal. Der Trend geht eindeutig zur Zweitkarte. Wer heute eine Plastikkarte umhängen hat, ist nicht automatisch wichtig und zum freien Eintritt immer und überall berechtigt.


Eine Gastkarte am Norisring beispielsweise erlaubte das Betreten der Boxengassenterrasse und der Ehrengasttribüne. Auf der Plastikkarte war ausdrücklich der Ehrengastbereich vermerkt. Diesen kann man jedoch nur betreten, wenn man eine Zusatzkarte besitzt. Z. B. von einem Sponsor.
Die Presse vor Ort ist kaum besser dran. Eine Pressekarte alleine ist auch nicht mehr das Ultimative. Den Journalisten ist der Zutritt zu den Hospitalityzelten und damit zu Verpflegung und bequemen Sitzen nur mit einer Zusatzkarte möglich. Und selbstverständlich gilt die Zusatzkarte von Opel auch nur für Opel, und die von Audi nur für Audi, usw. usf. Geladene Presse ist also nicht mehr gleich geladene Presse.

Auf die Toilette kann man zwar ohne Zusatzkarte, aber mit einer Zehnerkarte konnte man das stille Örtchen verbilligter aufsuchen.
Mit einer Gastkarte sollte man auf dem Parkplatz Große Straße parken. Allerdings fährt man am Eingang Dutzendteich vorbei, denn dort wird man von den Ordnern nach einer Zusatzkarte von z. B. Dunlop gefragt mit der man dort parken könne. Ansonsten heißt es weiter geradeaus bitte. Vorbei an den anderen Zusatzkartenparkplätzen bis auf den Volksfestplatz.


Bei den VIP-Zelten gibt es eine andere Art Zusatzkarten, denn dort kommt niemand rein, der nicht das richtige Armband am richtigen Tag in der richtigen Farbe hat. So tragen manche stolz zur Schau, das sie beispielsweise von Opel festgezurrte Plastikarmbänder haben, der zum Eintritt in den verglasten und klimatisierten Tempel berechtigt.
Die Angestellten der Security haben ein seitenstarkes Buch in dem jede Karte aufgeführt ist, und welche Berechtigungen der Träger hat. Das Wort Kartenkunde bekommt bei den Posten eine ganz neue Dimension.
Im Tucher-Zelt bekommt man "zwaa im Weckla" (ein Paar Rostbratwürstchen in einem Brötchen, für alle Nicht-Franken) auch ohne Zusatzkarte, und dort trifft man auf genauso unwichtige Gäste, die dafür viel Freude an einem spitzen Rennwochenende am Norisring haben. Eine Menge Spaß gibt es nämlich ganz ohne Zusatzkarte!

HoffmannAnette@gmx.net.

Wunschgedanken ein satirischer Text von Anette Hoffmann


Liest man sich durch verschiedene Internet-Foren oder blättert ein paar Internetseiten durch, kann man sich oftmals des Eindrucks nicht erwehren, es wäre alles schlecht an der neuen DTM. Kaum ein Beitrag, der einen positiven Ansatz lobt, geschweige denn mit dem Status quo zufrieden ist.
So konstruieren wir doch mal ein Wochenende, wie es sich die Fans wünschen...


Vorgeschichte:
Die Hardcore-DTM Fans haben mittels Boykott und Generalstreik die ITR zum Rücktritt gezwungen. Die Werke haben aufgrund des Drucks der zahlenden aber nicht königlichen Kundschaft (Fans) eine Verzichtserklärung unterschrieben, die garantiert, den Forderungen des eiligst einberufenen Fan-Gremiums Folge zu leisten. Der Fernsehvertrag mit ARD und ZDF wurde fristlos gekündigt. Nach wochenlang von Fanbriefen verstopften E-Mail Postfächern und finanziellen Spritzen der Werbepartner, die ihre Bühne schwinden sahen, erklärte sich 3sat bereit, die DTM nach dem Motto "back to the roots" zu übertragen.

Freitag:
Das Rollout der DTM findet unter frenetischem Jubel der 50.000 angereisten Fans statt. Der Eintritt ist das gesamte Wochenende über frei und 3sat überträgt jeden Tag live von 8 Uhr bis 20 Uhr. Den Fahrern wurde nach harter Diskussion zugestanden, das sie nicht von einer Kamera auf die Toilette begleitet werden. Als Kommentatoren fungieren Rainer Braun und Burkhard Bechtel. Die Trainingssitzungen der Rahmenserien wurden gekürzt, um die Tests der DTM auf je 2 Stunden ausdehnen zu können. Um den Fans etwas zu bieten, wurden die Fahrer verpflichtet, je Test mindestens 30 Runden zu fahren. Zwischen und nach den Tests stehen die Fahrer den Fans im großen Festzelt für Fotos und Autogramme zur Verfügung. Die VIP und Presse-Hospitalityzelte wurden zugunsten eines großen Festzeltes à la Oktoberfest abgeschafft. Zwei sponsernde Biermarken wechseln sich je Veranstaltung (16 Stück) mit dem Ausschank von Freibier ab. Am Abend wird feierlich das Kaiser Wilhelm Standbild enthüllt, und die ewig gestrigen preisen, das nun die "gute alte Zeit" wieder angebrochen ist.

Samstag:
150.000 Zuschauer bevölkern die Tribünen. Die begeisterten Fans erleben zwei einstündige freie Trainings, das 45-minütige Qualifying und am Nachmittag das Top-Qualifying der besten zehn. Zum Qualifying kann Michael B. nicht antreten, da sein Helm nebst Overall unauffindbar bleibt.Ebenfalls verhindert ist Bernd M.: er befand sich im Anflug auf die Rennstrecke, sein Helikopter konnte jedoch nicht landen, da der Hubschrauberlandeplatz als Zeltplatz genutzt wird. Durch eine unvermeidbare Terminkollision mit einem Formel 1 Rennen war Bernd M. gezwungen gewesen zu pendeln. Die Fahrzeuge von Christijan A. und Alain M. werden zum Top-Qualifying nicht rechtzeitig fertig, da einige Teile des Motors, bzw. aerodynamische Anbauteile schlichtweg verschwunden sind. Eine Frage hören die in den Boxen zusehenden Fans ganz besonders häufig: "Hast du noch einen Schraubenschlüssel für mich?"

Bei der öffentlichen Pressekonferenz im großen Festzelt werden Jean A. und Joachim W. zum letzten Mal gesehen. Im Ansturm der Zuschauer sind die beiden Top Piloten vermutlich untergegangen. Bei der anschließenden Autogrammorgie wurde Timo S. von zahlreichen weiblichen Fans derart bedrängt, daß er diverse Quetschungen erlitt und zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Autogrammsammler aller Herren Länder liegen sich glücklich in den Armen, da es nun jeder geschafft hat, den 150. Komplettsatz von DTM Autogrammen zu bekommen.
Am Abend findet die legendäre Fahrerlagerparty statt. Für die Piloten besteht Anwesenheitspflicht bis 23 Uhr. Drei Fahrer, deren Namen hier nicht genannt sein sollen, geraten auf der Fahrt zum Hotel in eine Polizeikontrolle und müssen wegen geringfügigen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ihren Führerschein und damit ihre Rennlizenz vorläufig abgeben.

Sonntag:
Vor dem Warm up trübt ein Zwischenfall vor der Mercedes-Box die Harmonie: Uwe A. bekommt einen Tobsuchtsanfall als ihm Hunderte von Fans den Weg zu seinem Arbeitsplatz versperren. Im anschließenden Handgemenge werden einige Fans, und versehentlich auch Uwe A., wegen Unruhestiftung der Veranstaltung verwiesen. Danach kann Kalli Hufstatt sein "Morning has broken" intonieren. Die 250.000 Zuschauer weinen vor Rührung, daß sie "ihre" DTM wiederhaben, und setzen mit ihren Tränen die Strecke unter Wasser. Thomas J. wagt sich als erster hinaus, dreht sich jedoch in der zweiten Kurve wegen Aquaplaning von der Bahn. Unter Protest über diese regelwidrigen Witterungsverhältnisse verlässt Thomas J. die Veranstaltung.

Drei andere Piloten fallen im Warm up wegen Schlangenlinienfahren bzw. Fahren in die verkehrte Richtung auf. Nach einem ärztlichen Check bekommen sie Startverbot wegen Übermüdung, Gleichgewichtsstörungen und Sehschwierigkeiten: die drei hatten die Nacht mit den Fans durchgefeiert. Unter tosendem Beifall treten am Nachmittag Bernd S., Laurent A., Manuel R., Christian A., Stefan M. und Yves O. zum ersten Lauf über 100km an. Beim fliegenden Start ist Christian A. ohne Chance: Der Wagen beschleunigt einfach nicht. Ratlos hält Christian A. neben der Strecke an. Im Kofferraum findet er unplanmäßigen Ballast in Form von zwei Fans, die einmal hautnah eine Fahrt im DTM Renner miterleben wollten.
Manuel R. hat unterdessen aufgrund des starken Nebels von den allgegenwärtigen Rauchbomben die Orientierung verloren und den asphaltierten Teil der Rennstrecke verlassen. Bevor er jedoch in die Leitplanken kracht wird er sanft von den dort stehenden Fans abgefangen, die eine andere Perspektive als von der eh überfüllten Tribüne sehen wollten. Bernd S. rollt nach wenigen Runden ohne Sprit aus. Nachforschungen ergeben später, das ein findiger Kopf das Benzin in Dosen abgefüllt, und bei einem online Auktionshaus als "Meistertreibstoff" gewinnbringend verkauft hat.
Das Rennen gewinnt schließlich Laurent A. vor Yves O. und Stefan M. In der Reparaturpause haben die Mechaniker Müh und Not, die Autos durch die Menschen hindurch in die Boxengasse zu schleusen, und als es zum zweiten Lauf über 100km gehen soll, bleiben Laurent A. und Yves O. verschwunden. Yves O. wurde als neuer Held von den Opel-Fans entführt, und Laurent A. wurde vermutlich ebenfalls von den Audi-Fans zum Feiern verschleppt. Die Mercedes-Fans erklären Stefan M. daraufhin zum kampflosen Sieger des zweiten Laufes und beginnen die Siegesfeier an Ort und Stelle.

Nachwehen:
Am Montag Vormittag sind die Straßen nach dem Jahrhundertstau, so ist man sich bei der Verkehrspolizei einig, wieder soweit frei, das die Trucks der Teams das Fahrerlager verlassen können. Die Zuschauerquote von 3sat, die am Nachmittag veröffentlicht wird, tendiert gegen Null: die DTM Fans waren alle an der Rennstrecke, und das mehr kulturell interessierte Publikum konnte mit der DTM nichts anfangen und ging stattdessen ins Konzert. Die Msa verspätet sich mit ihrer Ausgabe und erscheint erst Mittwoch. Die Redakteure hatten sich in ihrer vorhergehenden Ausgabe kritisch zu den Hintergründen des Putsches geäußert, und wurden direkt nach Rennende vor das Fan-Gremium zitiert. Das peinliche Verhör dauerte Stunden und der Redaktionsschluß verstrich...

HoffmannAnette@gmx.net.

Vergleich: Das neue und das alte Punktesystem

Wie jeder DTM Fan weiß, werden seit 2002 nach neuem Schema die Punkte vergeben. Ich habe nun nach drei Rennen eine kleine Tabelle aufgestellt und ein wenig gerechnet.

Nach altem Schema gab es im Qualirennen für die ersten drei Platzierten die Punkte 3 - 2 - 1. Im Rennen gab es Punkte von Platz 1 bis Platz 10: 20 - 15 - 12 - 10 - 8 - 6 - 4 - 3 - 2 - 1. Nach neuem System gibt es im Hauptrennen die Punkte von Platz 1 bis 6: 10 - 6 - 4 - 3 - 2 - 1, die Wertung des Qualirennens bleibt gleich. Danach ergeben sich nach drei Rennen folgende Tabellen:

SAISON 2002

Altes Schema

Punkte

Prozentualer
Anteil

Neues Schema

Punkte

Prozentualer
Anteil

1. Aiello

45

65,2

1. Aiello

25

64,1

2. Ekström

40

58,0

2. Alesi

17

43,6

3. Alesi

36

52,1

3 Ekström

16

41,0

4. Abt

34

49,3

4. Abt

12

30,8

5. Schneider

22

31,9

5. Schneider

7

17,9

6. Albers

16

23,2

6. Tomczyk

5

12,8

7. Scheider

16

23,2

7. Scheider

4

10,3

8. Wendlinger

14

20,3

8. Albers

4

10,3

9. Fässler

8

11,6

9. Wendlinger

3

7,7

10. Tomczyk

5

7,2

10. Bartels

1

2,6

11. Menu

5

7,2

11. Fässler

1

2,6

12. Bartels

4

5,8

12. Reuter

1

2,6

13. Alzen

4

5,8

14. Huisman

4

5,8

15. Jäger

3

4,3

16. Mayländer

2

2,9

17. Winkelhock

1

1,4

18. Reuter

1

1,4

19. Dumbreck

1

1,4

Punkteverteilung nach Marken

Audi

138

Audi

61

Mercedes

96

Mercedes

29

Opel

27

Opel

6

.

Die maximale Punktzahl pro Fahrer nach drei Rennen war nach altem System 69 Punkte, nach neuem System konnte ein Fahrer bislang 39 Punkte einstreichen.

Das neue Punkteschema wertet tatsächlich das Qualirennen auf. Die Fahrer, die dort punkteten, liegen in der aktuellen Wertung deutlich höher als nach altem Schema (Tomczyk, Bartels, Reuter).

Ein relativ großer Unterschied wird bei den jeweils zweit- und drittrangigen Piloten offenbar: Alesi und Ekström wechseln sich ab, wobei nach altem Schema Alesi 6 % hinter Ekström zurückliegt, nach neuem Schema jedoch nur 2,5 % vor demselben. Hier sucht man die Differenz in den Rennergebnissen und in den größeren Punktabständen des neuen Schemas. Aus den Qualirennen nehmen beide jeweils 3 Punkte mit, doch in den Rennen räumte Alesi einen Punkt mehr ab als Ekström. Der Sieg von Alesi zählt höher, trotz Ekströms kontinuierlichen Platzierungen in den Punkterängen. Bei ihm schlagen jeweils ein zweiter, ein dritter und ein vierter Platz zu Buche, während Alesi "nur" einen Sieg und einen dritten Platz aufweisen kann. Somit werden Siege noch wichtiger als nach der alten Wertung.


Alesi gut in Fahrt

Bernd Schneider als letztjähriger Meister hätte nach dem alten Punktesystem keinen so großen Rückstand mehr auf Aiello aufzuholen: Er müsste sein Punktekonto verdoppeln. Nach der neuen Wertung müsste er seinen Punktestand mehr als verdreifachen. In der alten Wertung wäre dazu die ideale Konstellation, das Schneider ein Rennen gewinnt, und Aiello leer ausgeht. Schneider wäre dann auf drei Punkte dran, nach neuem System würden ihm immer noch 8 Punkte fehlen, und somit müssten schon zwei Siege bei gleichzeitigem "Nuller" von Aiello her.


Warum so nachdenklich, Monsieur Aiello

Vom alten Punktesystem profitieren logischerweise diejenigen, die in den siebten oder achten Positionen fahren. Z. B. Alain Menu hätte mit seinem achten und neunten Platz wenigstens Punkte für seine Leistung bekommen. Karl Wendlinger stände in der Tabelle ebenfalls weiter vorne, da seine Plätze, die er einfuhr, höher bepunktet wurden.

Verlierer wäre z. B. Martin Tomczyk, der, wie schon oben erwähnt, seine Punkte aus den Qualirennen mitbrachte, und der dementsprechend zurückrutschen würde.

Dass die neuen Punkte schwerer wiegen, sieht man daran, das zehn Fahrer in der neuen Wertung unberücksichtigt bleiben. Bis auf Mücke, Olivier und Tiemann sind alle in der alten Wertung. Damit fehlt in der neuen Wertung fast die Hälfte aller Fahrer des Feldes.

Um mal eine komplette Saison zu betrachten habe ich das Ergebnis vom letzten Jahr nach alter und nach neuer Rechnung gegenübergestellt:

SAISON 2001

Altes Schema

Punkte

Prozentualer
Anteil

Neues Schema

Punkte

Prozentualer
Anteil

1. Schneider

161

70,0

1. Schneider

74

56,9

2. Alzen

101

43,9

2. Alzen

45

34,6

3. Dumbreck

88

38,3

3. Aiello

36

27,7

4. Fässler

76

33,0

4. Dumbreck

36

27,7

5. Aiello

75

32,6

5. Fässler

28

21,5

6. Huisman

63

27,4

6. Huisman

18

13,8

7. Jäger

43

18,7

7. Jäger

13

10,9

8. Ekström

38

16,5

8. Mayländer

12

9,2

9. Reuter

35

15,2

9. Abt

12

9,2

10. Abt

29

12,6

10. Ekström

11

8,5

11. Mayländer

28

12.2

11. Tiemann

8

6,2

12. Tiemann

26

11,3

12. Reuter

8

6,2

13. Tomczyk

23

10,0

13. Albers

6

4,6

14. Albers

19

8,2

14. Tomczyk

6

4,6

15. Turner

15

6,2

15. Winkelhock

3

2,3

16. Winkelhock

12

5,2

16. Lamy

2

1,5

17. Lamy

12

5,2

17. Bartels

1

0,8

18. Bartels

8

3,5

18. Scheider

1

0,8

19. Scheider

7

3,0

20. Haupt

4

1,7

21. Saelens

4

1,7

22. Olivier

3

1,3

.

- Turner verliert sämtliche 15 Punkte, Haupt, Saelens und Olivier verlieren ebenfalls alle Punkte
- Aiello und Mayländer gewinnen deutlich an Rängen durch die Aufwertung ihrer Siege/ihres Sieges
- Ekström verliert 2, Reuter drei Plätze, beide büßen prozentual etwa die Hälfte ihrer Punkte ein
- Schneider wäre auch nach neuem System nach dem A1 Ring Meister gewesen


Der Sieger 2001 hat gut lachen

Ein Fazit möchte ich noch nicht ziehen. Nur ein paar Überlegungen...

Das Reglement der DTM an sich ist meines Erachtens auf Kontinuität ausgelegt, wenn man mit Einheitsbauteilen, festgelegter Aerodynamik, und nur einem Motor pro Saison auskommen soll. Die Teams müssen also aus gleichem Material ein Rennauto bauen, und ein großer Entwicklungssprung ist daher sicher schwer zu bewerkstelligen. Das bedeutet aber auch, wenn ein Team einmal seine Performance gefunden hat, kann es sie nicht unendlich weit verbessern. In Plätzen heißt dies dann, dass es sich nicht bspw. von Platz fünf auf Platz eins verbessern kann. Wer also einen Platz außerhalb der Punkteränge innehat, wird kaum eine Chance erspähen, doch noch das Punktekonto aufzubessern. Sprich, Platzkämpfe um die siebte oder neunte Position werden weniger. Schwerer wiegen Siege im Hauptrennen (siehe Alesi).

Soweit nun der Stand nach drei Rennen.
Ich werde das weiter beobachten.

Michaela Fesser (michaela.fesser@gmx.de)

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