|
Punkteanalyse nach dem 7. Rennen
Mein erster Punktevergleich ist nun schon einige Rennen her. Zeit, das es ein Zwischenspiel
gibt.
In der Tabelle hat sich seitdem einiges getan, doch seht selbst:
|
SAISON 2002 |
|
Altes Schema |
Punkte |
Prozentualer
Anteil |
Neues Schema |
Punkte |
Prozentualer
Anteil |
|
1. Aiello |
118 |
73,29 |
1. Aiello |
62 |
68,13 |
|
2. Schneider |
89 |
55,28 |
2. Schneider |
38 |
41,76 |
|
3. Ekström |
75 |
46,58 |
3 Ekström |
29 |
31,87 |
|
4. Alesi |
49 |
30,43 |
4. Alesi |
20 |
21,98 |
|
5. Abt |
41 |
25,47 |
5. Alzen |
17 |
18,68 |
|
6. Alzen |
39 |
24,22 |
6. Abt |
13 |
14,29 |
|
7. Fässler |
38 |
23,6 |
7. Fässler |
11 |
12,09 |
|
8.Scheider |
27 |
16,77 |
8. Tomczyk |
7 |
7,69 |
|
9. Albers |
25 |
15,53 |
9. Menu |
6 |
6,59 |
|
10. Menu |
19 |
11,8 |
10. Scheider |
5 |
5,49 |
|
11. Reuter |
19 |
11,8 |
11. Albers |
5 |
5,49 |
|
12. Winkelhock |
15 |
9,32 |
12. Reuter |
4 |
4,4 |
|
13. Tomczyk |
15 |
9,32 |
13.Wendlinger |
3 |
3,3 |
|
14. Wendlinger |
14 |
8,7 |
14. Winkelhock |
3 |
3,3 |
|
15. Dumbreck |
7 |
4,35 |
15.. Bartels |
1 |
1,1 |
|
16. Huisman |
5 |
3,11 |
|
|
|
|
17. Mayländer |
5 |
3,11 |
|
|
|
|
18. Bartels |
4 |
2,48 |
|
|
|
|
19. Jäger |
3 |
1,86 |
|
|
|
|
Punkteverteilung nach Marken |
|
Audi |
263 |
|
Audi |
114 |
|
|
Mercedes |
260 |
|
Mercedes |
91 |
|
|
Opel |
84 |
|
Opel |
19 |
|
Es gab nach alter Wertung bis jetzt 161 Punkte zu verdienen,
nach neuer Wertung 91.
Aiello muß nach neuer Punktevergabe im achten Lauf zwei Punkte mehr als Schneider
holen um Punktgleichheit herzustellen. Damit wäre er Meister, selbst wenn Schneider
die letzten beiden Rennen gewänne, da Aiello mehr Siege auf dem Konto hat (4 :
3 Aiello - Schneider, theoretisch). Nach altem System müsste Aiello 17 Punkte
mehr wie Schneider holen um Punktgleichstand zu erzielen. Aber auch hier wäre
er damit Meister.

Wie auch immer.... Aiello auf dem Weg zum Titel
Uwe Alzen macht in der neuen Wertung viele Plätze durch den stark aufgewerteten
Sieg gut (von 11. auf 5.). Nach alter Wertung wäre er von Platz 10 auf 6 geklettert.
Damit landet er in der neuen Wertung vor Abt. Abt punktete dafür dreimal, Alzen
erst zweimal.

Alzen darf sich über die neue Punktwertung freuen
Weiterhin Gewinner der Aufwertung der Punkte im Qualirennen ist Tomczyk (5 seiner 7
Punkte stammen aus den Qualiläufen).
Der einzige Fahrer nach alter Wertung der in allen Läufen punktete ist Ekström.
Damit liegt er in der alten Wertung auch deutlich vor Alesi, bei dem zwei Nuller zu
Buche schlagen. Nach neuer Punktevergabe hat er keinen so deutlichen Vorsprung, obwohl
Ekström auch hier mit zwei Nullern besser abschneidet als Alesi, der viermal nicht
punktete.
Schneider ist fleißig die Punkteränge hinaufgeklettert. Die Opel-Piloten
dagegen büßen im Moment Plätze ein, unter anderem durch Alzen und Fässler,
die beide gut gepunktet haben.

Opel hinkt hinterher
Interessant finde ich, das sich bis Platz sieben beide Wertungen fast entsprechen,
sieht man vom Platztausch von Abt und Alzen ab.
Und so sähe die alte Tabelle aus:
Übersicht nach altem Punktesystem nach sieben Rennen:
|
Name |
Punkte |
Hocken-
heim1 |
Zolder |
Donington |
Sachsen
-ring |
Norisring |
Euro
speedway |
Nürburg
ring |
A1 Ring |
Zand-
voort |
Hocken
-heim 2 |
|
Aiello |
118 |
22 |
23 |
0 |
23 |
20 |
13 |
17 |
|
|
|
|
Schneider |
89 |
10 |
12 |
0 |
16 |
16 |
22 |
13 |
|
|
|
|
Ekström |
75 |
16 |
12 |
12 |
4 |
15 |
15 |
1 |
|
|
|
|
Alesi |
49 |
12 |
1 |
23 |
0 |
10 |
3 |
0 |
|
|
|
|
Abt |
41 |
4 |
15 |
15 |
0 |
0 |
5 |
2 |
|
|
|
|
Alzen |
39 |
0 |
4 |
0 |
2 |
10 |
0 |
23 |
|
|
|
|
Fässler |
40 |
0 |
2 |
6 |
10 |
0 |
12 |
10 |
|
|
|
|
Scheider |
27 |
8 |
8 |
0 |
6 |
0 |
1 |
4 |
|
|
|
|
Albers |
25 |
0 |
6 |
10 |
3 |
6 |
0 |
0 |
|
|
|
|
Menu |
19 |
2 |
0 |
3 |
14 |
0 |
0 |
0 |
|
|
|
|
Reuter |
19 |
0 |
0 |
1 |
0 |
4 |
8 |
6 |
|
|
|
|
Winkelhock |
15 |
1 |
0 |
0 |
8 |
0 |
6 |
0 |
|
|
|
|
Tomczyk |
15 |
3 |
0 |
2 |
0 |
0 |
2 |
8 |
|
|
|
|
Wendlinger |
14 |
6 |
0 |
8 |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
|
|
|
Dumbreck |
7 |
0 |
0 |
1 |
1 |
2 |
0 |
3 |
|
|
|
|
Huisman |
5 |
0 |
0 |
4 |
0 |
1 |
0 |
0 |
|
|
|
|
Mayländer |
5 |
0 |
0 |
2 |
0 |
3 |
0 |
0 |
|
|
|
|
Bartels |
4 |
0 |
4 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
|
|
|
Jäger |
3 |
3 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
|
|
So weit, so gut. Nun überlasse ich die Tabellen
dem geschätzten Leser zur weiteren Betrachtung und verabschiede mich bis zur endgültigen
Punktevergabe nach Hockenheim.
Michaela Fesser (michaela.fesser@gmx.de)
|
|
Kartenspiele
von Anette Hoffmann
Norisring, DTM Wochenende.
Im Rennsport galt man im allgemeinen als sehr wichtige Persönlichkeit, wenn man
eine Plastikkarte um den Hals hängen hatte, diese aber verschämt in die Brusttasche
steckte, damit sie geheimnisvoll und damit interessanter wirkte.
Das war einmal. Der Trend geht eindeutig zur Zweitkarte. Wer heute eine Plastikkarte
umhängen hat, ist nicht automatisch wichtig und zum freien Eintritt immer und
überall berechtigt.
Eine Gastkarte am Norisring beispielsweise erlaubte das Betreten der Boxengassenterrasse
und der Ehrengasttribüne. Auf der Plastikkarte war ausdrücklich der Ehrengastbereich
vermerkt. Diesen kann man jedoch nur betreten, wenn man eine Zusatzkarte besitzt. Z.
B. von einem Sponsor.
Die Presse vor Ort ist kaum besser dran. Eine Pressekarte alleine ist auch nicht mehr
das Ultimative. Den Journalisten ist der Zutritt zu den Hospitalityzelten und damit
zu Verpflegung und bequemen Sitzen nur mit einer Zusatzkarte möglich. Und selbstverständlich
gilt die Zusatzkarte von Opel auch nur für Opel, und die von Audi nur für
Audi, usw. usf. Geladene Presse ist also nicht mehr gleich geladene Presse.
Auf die Toilette kann man zwar ohne Zusatzkarte, aber mit einer Zehnerkarte konnte
man das stille Örtchen verbilligter aufsuchen.
Mit einer Gastkarte sollte man auf dem Parkplatz Große Straße parken. Allerdings
fährt man am Eingang Dutzendteich vorbei, denn dort wird man von den Ordnern nach
einer Zusatzkarte von z. B. Dunlop gefragt mit der man dort parken könne. Ansonsten
heißt es weiter geradeaus bitte. Vorbei an den anderen Zusatzkartenparkplätzen
bis auf den Volksfestplatz.

Bei den VIP-Zelten gibt es eine andere Art Zusatzkarten, denn dort kommt niemand rein,
der nicht das richtige Armband am richtigen Tag in der richtigen Farbe hat. So tragen
manche stolz zur Schau, das sie beispielsweise von Opel festgezurrte Plastikarmbänder
haben, der zum Eintritt in den verglasten und klimatisierten Tempel berechtigt.
Die Angestellten der Security haben ein seitenstarkes Buch in dem jede Karte aufgeführt
ist, und welche Berechtigungen der Träger hat. Das Wort Kartenkunde bekommt bei
den Posten eine ganz neue Dimension.
Im Tucher-Zelt bekommt man "zwaa im Weckla" (ein Paar Rostbratwürstchen
in einem Brötchen, für alle Nicht-Franken) auch ohne Zusatzkarte, und dort
trifft man auf genauso unwichtige Gäste, die dafür viel Freude an einem spitzen
Rennwochenende am Norisring haben. Eine Menge Spaß gibt es nämlich ganz
ohne Zusatzkarte!
HoffmannAnette@gmx.net.
Wunschgedanken ein satirischer
Text von Anette Hoffmann
Liest man sich durch verschiedene
Internet-Foren oder blättert ein paar Internetseiten durch, kann man sich oftmals
des Eindrucks nicht erwehren, es wäre alles schlecht an der neuen DTM. Kaum ein
Beitrag, der einen positiven Ansatz lobt, geschweige denn mit dem Status quo zufrieden
ist.
So konstruieren wir doch mal ein Wochenende, wie es sich die Fans wünschen...
Vorgeschichte:
Die Hardcore-DTM Fans
haben mittels Boykott und Generalstreik die ITR zum Rücktritt gezwungen. Die Werke
haben aufgrund des Drucks der zahlenden aber nicht königlichen Kundschaft (Fans)
eine Verzichtserklärung unterschrieben, die garantiert, den Forderungen des eiligst
einberufenen Fan-Gremiums Folge zu leisten. Der Fernsehvertrag mit ARD und ZDF wurde
fristlos gekündigt. Nach wochenlang von Fanbriefen verstopften E-Mail Postfächern
und finanziellen Spritzen der Werbepartner, die ihre Bühne schwinden sahen, erklärte
sich 3sat bereit, die DTM nach dem Motto "back to the roots" zu übertragen.
Freitag:
Das Rollout der DTM findet unter frenetischem Jubel der 50.000 angereisten Fans statt.
Der Eintritt ist das gesamte Wochenende über frei und 3sat überträgt
jeden Tag live von 8 Uhr bis 20 Uhr. Den Fahrern wurde nach harter Diskussion zugestanden,
das sie nicht von einer Kamera auf die Toilette begleitet werden. Als Kommentatoren
fungieren Rainer Braun und Burkhard Bechtel. Die Trainingssitzungen der Rahmenserien
wurden gekürzt, um die Tests der DTM auf je 2 Stunden ausdehnen zu können.
Um den Fans etwas zu bieten, wurden die Fahrer verpflichtet, je Test mindestens 30
Runden zu fahren. Zwischen und nach den Tests stehen die Fahrer den Fans im großen
Festzelt für Fotos und Autogramme zur Verfügung. Die VIP und Presse-Hospitalityzelte
wurden zugunsten eines großen Festzeltes à la Oktoberfest abgeschafft.
Zwei sponsernde Biermarken wechseln sich je Veranstaltung (16 Stück) mit dem Ausschank
von Freibier ab. Am Abend wird feierlich das Kaiser Wilhelm Standbild enthüllt,
und die ewig gestrigen preisen, das nun die "gute alte Zeit" wieder angebrochen
ist.
Samstag:
150.000 Zuschauer bevölkern die Tribünen. Die begeisterten Fans erleben zwei
einstündige freie Trainings, das 45-minütige Qualifying und am Nachmittag
das Top-Qualifying der besten zehn. Zum Qualifying kann Michael B. nicht antreten,
da sein Helm nebst Overall unauffindbar bleibt.Ebenfalls verhindert ist Bernd M.: er
befand sich im Anflug auf die Rennstrecke, sein Helikopter konnte jedoch nicht landen,
da der Hubschrauberlandeplatz als Zeltplatz genutzt wird. Durch eine unvermeidbare
Terminkollision mit einem Formel 1 Rennen war Bernd M. gezwungen gewesen zu pendeln.
Die Fahrzeuge von Christijan A. und Alain M. werden zum Top-Qualifying nicht rechtzeitig
fertig, da einige Teile des Motors, bzw. aerodynamische Anbauteile schlichtweg verschwunden
sind. Eine Frage hören die in den Boxen zusehenden Fans ganz besonders häufig:
"Hast du noch einen Schraubenschlüssel für mich?"
Bei der öffentlichen Pressekonferenz im großen Festzelt
werden Jean A. und Joachim W. zum letzten Mal gesehen. Im Ansturm der Zuschauer sind
die beiden Top Piloten vermutlich untergegangen. Bei der anschließenden Autogrammorgie
wurde Timo S. von zahlreichen weiblichen Fans derart bedrängt, daß er diverse
Quetschungen erlitt und zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Autogrammsammler aller Herren Länder liegen sich glücklich in den Armen,
da es nun jeder geschafft hat, den 150. Komplettsatz von DTM Autogrammen zu bekommen.
Am Abend findet die legendäre Fahrerlagerparty statt. Für
die Piloten besteht Anwesenheitspflicht bis 23 Uhr. Drei Fahrer, deren Namen hier nicht
genannt sein sollen, geraten auf der Fahrt zum Hotel in eine Polizeikontrolle und müssen
wegen geringfügigen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
ihren Führerschein und damit ihre Rennlizenz vorläufig abgeben.
Sonntag:
Vor dem Warm up trübt ein Zwischenfall vor der Mercedes-Box die Harmonie: Uwe
A. bekommt einen Tobsuchtsanfall als ihm Hunderte von Fans den Weg zu seinem Arbeitsplatz
versperren. Im anschließenden Handgemenge werden einige Fans, und versehentlich
auch Uwe A., wegen Unruhestiftung der Veranstaltung verwiesen. Danach kann Kalli Hufstatt
sein "Morning has broken" intonieren. Die 250.000 Zuschauer weinen vor Rührung,
daß sie "ihre" DTM wiederhaben, und setzen mit ihren Tränen die
Strecke unter Wasser. Thomas J. wagt sich als erster hinaus, dreht sich jedoch in der
zweiten Kurve wegen Aquaplaning von der Bahn. Unter Protest über diese regelwidrigen
Witterungsverhältnisse verlässt Thomas J. die Veranstaltung.
Drei andere Piloten fallen im
Warm up wegen Schlangenlinienfahren bzw. Fahren in die verkehrte Richtung auf. Nach
einem ärztlichen Check bekommen sie Startverbot wegen Übermüdung, Gleichgewichtsstörungen
und Sehschwierigkeiten: die drei hatten die Nacht mit den Fans durchgefeiert. Unter
tosendem Beifall treten am Nachmittag Bernd S., Laurent A., Manuel R., Christian A.,
Stefan M. und Yves O. zum ersten Lauf über 100km an. Beim fliegenden Start ist
Christian A. ohne Chance: Der Wagen beschleunigt einfach nicht. Ratlos hält Christian
A. neben der Strecke an. Im Kofferraum findet er unplanmäßigen Ballast in
Form von zwei Fans, die einmal hautnah eine Fahrt im DTM Renner miterleben wollten.
Manuel R. hat unterdessen aufgrund
des starken Nebels von den allgegenwärtigen Rauchbomben die Orientierung verloren
und den asphaltierten Teil der Rennstrecke verlassen. Bevor er jedoch in die Leitplanken
kracht wird er sanft von den dort stehenden Fans abgefangen, die eine andere Perspektive
als von der eh überfüllten Tribüne sehen wollten. Bernd S. rollt nach
wenigen Runden ohne Sprit aus. Nachforschungen ergeben später, das ein findiger
Kopf das Benzin in Dosen abgefüllt, und bei einem online Auktionshaus als "Meistertreibstoff"
gewinnbringend verkauft hat.
Das Rennen gewinnt schließlich
Laurent A. vor Yves O. und Stefan M. In der Reparaturpause haben die Mechaniker Müh
und Not, die Autos durch die Menschen hindurch in die Boxengasse zu schleusen, und
als es zum zweiten Lauf über 100km gehen soll, bleiben Laurent A. und Yves O.
verschwunden. Yves O. wurde als neuer Held von den Opel-Fans entführt, und Laurent
A. wurde vermutlich ebenfalls von den Audi-Fans zum Feiern verschleppt. Die Mercedes-Fans
erklären Stefan M. daraufhin zum kampflosen Sieger des zweiten Laufes und beginnen
die Siegesfeier an Ort und Stelle.
Nachwehen:
Am Montag Vormittag sind die Straßen nach dem Jahrhundertstau, so ist man sich
bei der Verkehrspolizei einig, wieder soweit frei, das die Trucks der Teams das Fahrerlager
verlassen können. Die Zuschauerquote von 3sat, die am Nachmittag veröffentlicht
wird, tendiert gegen Null: die DTM Fans waren alle an der Rennstrecke, und das mehr
kulturell interessierte Publikum konnte mit der DTM nichts anfangen und ging stattdessen
ins Konzert. Die Msa verspätet sich mit ihrer Ausgabe und erscheint erst Mittwoch.
Die Redakteure hatten sich in ihrer vorhergehenden Ausgabe kritisch zu den Hintergründen
des Putsches geäußert, und wurden direkt nach Rennende vor das Fan-Gremium
zitiert. Das peinliche Verhör dauerte Stunden und der Redaktionsschluß verstrich...
HoffmannAnette@gmx.net.
Vergleich: Das neue und das alte Punktesystem
Wie jeder DTM Fan weiß, werden seit 2002 nach
neuem Schema die Punkte vergeben. Ich
habe nun nach drei Rennen eine kleine Tabelle aufgestellt und ein wenig gerechnet.
Nach altem Schema gab es im Qualirennen für
die ersten drei Platzierten die Punkte 3 - 2 - 1. Im Rennen gab es Punkte von Platz
1 bis Platz 10: 20 - 15 - 12 - 10 - 8 - 6 - 4 - 3 - 2 - 1. Nach neuem System gibt es
im Hauptrennen die Punkte von Platz 1 bis 6: 10 - 6 - 4 - 3 - 2 - 1, die Wertung des
Qualirennens bleibt gleich. Danach ergeben sich nach drei Rennen folgende Tabellen:
|
SAISON 2002 |
|
Altes Schema |
Punkte |
Prozentualer
Anteil |
Neues Schema |
Punkte |
Prozentualer
Anteil |
|
1. Aiello |
45 |
65,2 |
1. Aiello |
25 |
64,1 |
|
2. Ekström |
40 |
58,0 |
2. Alesi |
17 |
43,6 |
|
3. Alesi |
36 |
52,1 |
3 Ekström |
16 |
41,0 |
|
4. Abt |
34 |
49,3 |
4. Abt |
12 |
30,8 |
|
5. Schneider |
22 |
31,9 |
5. Schneider |
7 |
17,9 |
|
6. Albers |
16 |
23,2 |
6. Tomczyk |
5 |
12,8 |
|
7. Scheider |
16 |
23,2 |
7. Scheider |
4 |
10,3 |
|
8. Wendlinger |
14 |
20,3 |
8. Albers |
4 |
10,3 |
|
9. Fässler |
8 |
11,6 |
9. Wendlinger |
3 |
7,7 |
|
10. Tomczyk |
5 |
7,2 |
10. Bartels |
1 |
2,6 |
|
11. Menu |
5 |
7,2 |
11. Fässler |
1 |
2,6 |
|
12. Bartels |
4 |
5,8 |
12. Reuter |
1 |
2,6 |
|
13. Alzen |
4 |
5,8 |
|
|
|
|
14. Huisman |
4 |
5,8 |
|
|
|
|
15. Jäger |
3 |
4,3 |
|
|
|
|
16. Mayländer |
2 |
2,9 |
|
|
|
|
17. Winkelhock |
1 |
1,4 |
|
|
|
|
18. Reuter |
1 |
1,4 |
|
|
|
|
19. Dumbreck |
1 |
1,4 |
|
|
|
|
Punkteverteilung nach Marken |
|
Audi |
138 |
|
Audi |
61 |
|
|
Mercedes |
96 |
|
Mercedes |
29 |
|
|
Opel |
27 |
|
Opel |
6 |
|
.
Die maximale Punktzahl pro Fahrer nach drei Rennen
war nach altem System 69 Punkte, nach neuem System konnte ein Fahrer bislang 39 Punkte
einstreichen.
Das neue Punkteschema wertet tatsächlich das
Qualirennen auf. Die Fahrer, die dort punkteten, liegen in der aktuellen Wertung deutlich
höher als nach altem Schema (Tomczyk, Bartels, Reuter).
Ein relativ großer Unterschied wird bei den
jeweils zweit- und drittrangigen Piloten offenbar: Alesi und Ekström wechseln
sich ab, wobei nach altem Schema Alesi 6 % hinter Ekström zurückliegt, nach
neuem Schema jedoch nur 2,5 % vor demselben. Hier sucht man die Differenz in den Rennergebnissen
und in den größeren Punktabständen des neuen Schemas. Aus den Qualirennen
nehmen beide jeweils 3 Punkte mit, doch in den Rennen räumte Alesi einen Punkt
mehr ab als Ekström. Der Sieg von Alesi zählt höher, trotz Ekströms
kontinuierlichen Platzierungen in den Punkterängen. Bei ihm schlagen jeweils ein
zweiter, ein dritter und ein vierter Platz zu Buche, während Alesi "nur"
einen Sieg und einen dritten Platz aufweisen kann. Somit werden Siege noch wichtiger
als nach der alten Wertung.

Alesi gut in Fahrt
Bernd Schneider als letztjähriger Meister hätte
nach dem alten Punktesystem keinen so großen Rückstand mehr auf Aiello aufzuholen:
Er müsste sein Punktekonto verdoppeln. Nach der neuen Wertung müsste er seinen
Punktestand mehr als verdreifachen. In der alten Wertung wäre dazu die ideale
Konstellation, das Schneider ein Rennen gewinnt, und Aiello leer ausgeht. Schneider
wäre dann auf drei Punkte dran, nach neuem System würden ihm immer noch 8
Punkte fehlen, und somit müssten schon zwei Siege bei gleichzeitigem "Nuller"
von Aiello her.

Warum so nachdenklich, Monsieur Aiello
Vom alten Punktesystem profitieren logischerweise
diejenigen, die in den siebten oder achten Positionen fahren. Z. B. Alain Menu hätte
mit seinem achten und neunten Platz wenigstens Punkte für seine Leistung bekommen.
Karl Wendlinger stände in der Tabelle ebenfalls weiter vorne, da seine Plätze,
die er einfuhr, höher bepunktet wurden.
Verlierer wäre z. B. Martin Tomczyk, der, wie
schon oben erwähnt, seine Punkte aus den Qualirennen mitbrachte, und der dementsprechend
zurückrutschen würde.
Dass die neuen Punkte schwerer wiegen, sieht man
daran, das zehn Fahrer in der neuen Wertung unberücksichtigt bleiben. Bis auf
Mücke, Olivier und Tiemann sind alle in der alten Wertung. Damit fehlt in der
neuen Wertung fast die Hälfte aller Fahrer des Feldes.
Um mal eine komplette Saison zu betrachten habe
ich das Ergebnis vom letzten Jahr nach alter und nach neuer Rechnung gegenübergestellt:
|
SAISON 2001 |
|
Altes Schema |
Punkte |
Prozentualer
Anteil |
Neues Schema |
Punkte |
Prozentualer
Anteil |
|
1. Schneider |
161 |
70,0 |
1. Schneider |
74 |
56,9 |
|
2. Alzen |
101 |
43,9 |
2. Alzen |
45 |
34,6 |
|
3. Dumbreck |
88 |
38,3 |
3. Aiello |
36 |
27,7 |
|
4. Fässler |
76 |
33,0 |
4. Dumbreck |
36 |
27,7 |
|
5. Aiello |
75 |
32,6 |
5. Fässler |
28 |
21,5 |
|
6. Huisman |
63 |
27,4 |
6. Huisman |
18 |
13,8 |
|
7. Jäger |
43 |
18,7 |
7. Jäger |
13 |
10,9 |
|
8. Ekström |
38 |
16,5 |
8. Mayländer |
12 |
9,2 |
|
9. Reuter |
35 |
15,2 |
9. Abt |
12 |
9,2 |
|
10. Abt |
29 |
12,6 |
10. Ekström |
11 |
8,5 |
|
11. Mayländer |
28 |
12.2 |
11. Tiemann |
8 |
6,2 |
|
12. Tiemann |
26 |
11,3 |
12. Reuter |
8 |
6,2 |
|
13. Tomczyk |
23 |
10,0 |
13. Albers |
6 |
4,6 |
|
14. Albers |
19 |
8,2 |
14. Tomczyk |
6 |
4,6 |
|
15. Turner |
15 |
6,2 |
15. Winkelhock |
3 |
2,3 |
|
16. Winkelhock |
12 |
5,2 |
16. Lamy |
2 |
1,5 |
|
17. Lamy |
12 |
5,2 |
17. Bartels |
1 |
0,8 |
|
18. Bartels |
8 |
3,5 |
18. Scheider |
1 |
0,8 |
|
19. Scheider |
7 |
3,0 |
|
|
|
|
20. Haupt |
4 |
1,7 |
|
|
|
|
21. Saelens |
4 |
1,7 |
|
|
|
|
22. Olivier |
3 |
1,3 |
|
|
|
.
- Turner verliert sämtliche 15 Punkte, Haupt,
Saelens und Olivier verlieren ebenfalls alle Punkte
- Aiello und Mayländer gewinnen deutlich an Rängen durch die Aufwertung ihrer
Siege/ihres Sieges
- Ekström verliert 2, Reuter drei Plätze, beide büßen prozentual
etwa die Hälfte ihrer Punkte ein
- Schneider wäre auch nach neuem System nach dem A1 Ring Meister gewesen

Der Sieger 2001 hat gut lachen
Ein Fazit möchte ich noch nicht ziehen. Nur
ein paar Überlegungen...
Das Reglement der DTM an sich ist meines Erachtens
auf Kontinuität ausgelegt, wenn man mit Einheitsbauteilen, festgelegter Aerodynamik,
und nur einem Motor pro Saison auskommen soll. Die Teams müssen also aus gleichem
Material ein Rennauto bauen, und ein großer Entwicklungssprung ist daher sicher
schwer zu bewerkstelligen. Das bedeutet aber auch, wenn ein Team einmal seine Performance
gefunden hat, kann es sie nicht unendlich weit verbessern. In Plätzen heißt
dies dann, dass es sich nicht bspw. von Platz fünf auf Platz eins verbessern kann.
Wer also einen Platz außerhalb der Punkteränge innehat, wird kaum eine Chance
erspähen, doch noch das Punktekonto aufzubessern. Sprich, Platzkämpfe um
die siebte oder neunte Position werden weniger. Schwerer wiegen Siege im Hauptrennen
(siehe Alesi).
Soweit nun der Stand nach drei Rennen.
Ich werde das weiter beobachten.
Michaela Fesser (michaela.fesser@gmx.de) |